Et år i Norge: Erfahrungsbericht/Lehrbuch-Rezension


"Et år i Norge", Randi Rosenvinge Schirmer, Hempen

 

Mit diesem sehr guten Buch habe ich die zweitmeiste Unterrichtserfahrung. Ich benutze es gern mit Schülern, die Wert auf Grammatik legen und zügig und strukturiert vorankommen wollen und können. Hier erzähle ich euch, wie ich den Umgang mit „Et år i Norge“ im Sprachkurs erlebe.

 

Erfahrungsbericht Et ar i Norge Lehrbuch norwegisch

Kurzfassung

 

Pluspunkte: logischer und strukturierter Aufbau innerhalb der Lektionen, gute Grammatik-Vermittlung, schneller Anwendungserfolg, zahlreiche Extra-Übungen erhältlich, relevantes Studenten-Vokabular.

 

Minuspunkte: wenig ansprechend gestaltet, Verhältnis Grammatik (evtl. etwas viel) <> Kommunikation (zu wenig) nicht ausgewogen, (zu) viele neue Themen pro Lektion.

 

 

Et år i Norge beim Hempen-Verlag anschauen

 

 

Gut geeignet für

- eilige Lerner, gern bereits mit weiteren Fremdsprachenkenntnissen,

- aufgrund des Inhalts und der Arbeitsweise: junge Lerner, Austauschschüler oder -studenten, eventuell Auswanderer, nicht unbedingt Urlauber,

- Einzel- und Gruppenkurse,

- Uni-Kurse,

- das Selbststudium, sofern man mit den Standard-Grammatikbegriffen im Deutschen vertraut ist,

- Lerner, die eine Sprache größtenteils über grammatische Strukturen lernen anstatt durch Kommunikation.

 

 

Inhalt/Themen

 

Wir folgen den Erlebnissen von vier jungen Menschen, die sich in Oslo im Sprachkurs kennen lernen und später zu unterschiedlichen Zwecken (Studium, Au-Pair, Job und Reiselust) an verschiedene Orte in Norwegen reisen. In ihre Dialoge sind alltägliche Themen eingeflochten, die für den Lerner durchaus relevant sind (Essen bestellen, sich zum Kino verabreden, auf den Bus warten, Weihnachten feiern, …), und anschließend gibt es Zusatzvokabular und idiomatische Ausdrücke zu jedem Thema. Sehr deutlich wird auf kulturelle, geschichtliche und charakterliche Besonderheiten Norwegens und der Norweger eingegangen.

 

 

Aufbau und Konzept

 

Der Aufbau ist wunderbar logisch: Jede Lektion beginnt mit einem Text (meist in Dialogform), der eine fortlaufende Geschichte erzählt, und einem passenden kleinen Zusatztext als Landeskunde. Daran schließt sich eine entsprechende Vokabelliste an. Es folgt ein Teil mit Grammatik-Erklärungen und Regeln zu mehreren Phänomenen, die im Text bereits angewendet wurden, und entsprechenden Übungen. Der Übungsteil schließt immer mit einer interessanten Diskussionsanregung ab, um das freie Sprechen zu trainieren.

 

Mir gefällt die Reihenfolge der Grammatikthemen sehr gut (Ausnahme: Präteritum und Perfekt tauchen für meinen Geschmack zu nah nacheinander auf, das führt zur Verwechslung. Ich finde es besser, wenn man die Verwendung des Präteritum erst einmal gut einübt und einige Lektionen lang sicher beherrscht, bevor das Perfekt neu hinzukommt). Außerdem kann man bereits in den ersten Lektionen schnell einen Lernerfolg erkennen, weil man durch eine schlaue Auswahl an Vokabeln und Beispielsätzen sofort schon viel selbst formulieren kann.

 

 

Rezension Et ar i Norge Lehrbuch norwegisch

(klicken zum Vergrößern)

 

 

Übungen

 

Auch ohne Zusatzübungsbuch ist man ganz gut versorgt mit Aufgaben. Will man richtig intensiv die Grammatik trainieren, sollte man es zu Hilfe nehmen. Die Aufgaben sind nicht sonderlich abwechslungsreich, helfen aber, Routine bei der Anwendung von Grammatikregeln zu bekommen. Richtige Gruppenübungen gibt es nicht und Raum für Improvisation bietet das Werk dem Lehrer leider auch nur wenig.

 

Sehr schön: Die Protagonisten sprechen in unterschiedlichen (gemäßigten!) Dialekten, das ist gut fürs Hörtraining.

 

 

Design

 

Naja. Das Format ist handlich, die Schrift groß und alles übersichtlich genug. Die Übungen können gut direkt im Buch ausgefüllt werden. Dennoch ist die Aufmachung nicht sonderlich ansprechend oder aktuell.

 

Leider gibt es nur ein paar (etwas kindlich anmutende) Strichzeichnungen, keine weiteren Abbildungen oder Fotos. Das schließt m. E. in erster Linie Sprechübungen wie das typische „Beschreibe, was du siehst“ aus. Zusatzmaterial vom Lehrer ist also gefragt. Auch bekommt der Lerner so leider keinen optischen Eindruck von norwegischen Fjorden, Stabkirchen, dem Polarlicht o. Ä., was eigentlich im Rahmen der Landeskunde durchaus vorkommen sollte.

 

 

Progression/Niveau

 

Das Lerntempo wird als relativ schnell vorausgesetzt, ein „Abbremsen“ ist nur möglich, wenn man eine Lektion wiederholt bearbeitet und in jeder Runde z. B. nur eine der neuen Grammatikregeln betrachtet. Für generell schnelle Lerner oder solche mit guten Vorkenntnissen ist das Tempo sehr angenehm. Jedes Kapitel stellt mehrere neue Grammatikphänomene vor, die bis zum nächsten zwar gekonnt werden sollten, im Laufe des Buches (und des Zusatzbuches) aber auch gelegentlich kurz in Übungen wiederholt werden.

 

Das Lehrbuch führt laut Beschreibung zum Niveau B2 des GER. Dafür sollte man es aber wirklich sehr intensiv durchgearbeitet haben, sonst kann ein einziges Buch das – insbesondere, was die aktive Kommunikation angeht – kaum leisten.

 

 

Erzählt mir gern in den Kommentaren, ob und wie ihr mit dem Werk „Et år i Norge“ gelernt habt, wie eure Erfahrungen sind oder was eurer Meinung nach die Plus- und Minuspunkte sind!

 

 


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